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Gustav Heinrich von Mylius Freiherr von Gnadenfeld

 

 

"Gestatten, Exzellenzen"
Die Württembergische Gesandtschaft in Berlin

Unter diesem Titel erschien 2014 der vom Landesarchiv Baden-Württemberg herausgegebene Band zur gleichnamigen Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, die vom 17.11.2015 – 18.3.2016 gezeigt wird.1

Die heutige Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin hat eine lange Vorgeschichte, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Ein württembergischer Gesandter in Berlin lässt sich erstmals ab dem Jahr 1720 nachweisen. Wertvolle Dokumente, Gesandtschaftsberichte, Briefe und Fotos, aber auch persönliche Erinnerungsstücke geben im Rahmen der Ausstellung einen Einblick in die Geschichte der Gesandtschaft und den diplomatischen Dienst und erinnern an so prominente Gesandte wie Friedrich Wilhelm Graf von Bismark, Carl Freiherr Hugo von Spitzemberg, Ferdinand Graf von Zeppelin und Axel Freiherr von Varnbüler.

Das Buch enthält die Biographien der Baden-Württemberigschen Gesandten in Berlin ab 1803. Die erste dieser Biographien ist Gustav Heinrich von Mylius Freiherr von Gnadenfeld gewidmet, der von 1803 bis zu seinem Tode 1805 dieses Amt ausübte. Auf einer Doppelseite wird sein Lebenslauf, seine militärische Karriere und seine Rolle als Adjutant und Vertrauter Herzog Carl Eugens, den er von 1780 bis 1786 auf verschiedenen Reisen begleitete, beschrieben. Er war in diplomatischer Mission in Wien und ab 1799 württembergischer Gesandter in London. Am 13. September 1803 wurde er zum außerordentlichen bevollmächtigten württembergischen Gesandten in Berlin und Dresden bestimmt. Zu dieser Zeit stand er im Rang eines Generalleutnants. 

Es war ihm keine lange Amtszeit vergönnt, denn er erkrankte an Brustwassersucht. Bereits im Sommer 1805 verbrachte er einen längeren Kuraufenthalt in Töplitz. In der Nacht vom 10. auf den 11. März 1805 verstarb er in Berlin und wurde am 14. März in der Dorotheenstädtischen Kirche beigesetzt. - Er war Ritter des militärischen St. Carls-Ordens. 1789 wurde er in den Erbländischen Österreichischen Freiherrnstand mit dem Prädikat von Gnadenfeld aufgenommen.

Der Artikel des Buches über ihn geht über die Biographie in der "Geschichte der Familie Mylius Schleiz und Mylius Ansbach" von 1992 hinaus und berücksichtigt  außerdem Quellen des Landesarchivs Stuttgart.  Sie belegen seine Aufgaben als Gesandter und beleuchten seine Lebensumstände - die Widrigkeiten des häufigen Reisens sowie sein Einkommen von 10.000 Gulden jährlich.


Dauer der Ausstellung:
17. November 2015 bis 18. März 2016
Öffnungszeiten
Mo 9.15-17.00 Uhr
Di, Mi 8.30-17.00 Uhr
Do 8.30-19.00 Uhr
Fr 8.30-16.00 Uhr
Eintritt frei

1"Gestatten, Exzellenzen". Die württembergische Gesandtschaft in Berlin. Landesarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart (Hrsg), Verlag Kohlhammer, Stuttgart, 2014, ISBN 978 - 3 - 17 - 026342 - 0

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