mylius-schleiz.net

Familientreffen am 25.-27.10.2019 in Marburg an der Lahn

Ein besonderes Ereignis war der Anlass zum diesjährigen Familientreffen in Marburg:
„Etwas sensationell Neues“ – Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius – so  lautet der Titel einer Ausstellung im Hessischen Staatsarchiv Marburg.

24 der Farbaufnahmen, die Georg Mylius als Marburger Doktorand der Botanik und studierter Pharmazeut 1911 aufgenommen hatte, wurden ab 1912 in mehreren Auflagen als Ansichtskarten gedruckt. Die Bilder wurden im damals neuen Lumière-Verfahren aufgenommen und bestechen durch ihre hohe künstlerische und technische Qualität. Wahrscheinlich handelt es sich um die ersten Farbaufnahmen der Stadt.



28 Familienmitglieder aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und der Schweiz trafen sich zum Ausstellungsbesuch und zu einem anschließenden gemeinsamen Spaziergang durch die malerische, am Berg gelegene Altstadt von Marburg, um die Farbaufnahmen von damals mit dem heutigen Aussehen vergleichen zu können.

Der Initiator der Ausstellung, Reinhard Forst, erklärte den Teilnehmern die Ausstellung und lieferte auf dem Gang durch die Stadt manch überraschende Erklärung, auch abseits der Fotomotive. Der der Spaziergang umfasste auch die St. Elisabeth-Kirche und das Landgrafenschloss. Abends traf man sich im Haus der Akademisch-Musikalischen Studentenverbindung Fredericiana am Marburger Schloßberg, der Georg Mylius seit 1906 angehört hatte und bei der er durch Musizieren, Singen und bei vielen gesellschaftlichen Anlässe mit Leib und Seele aktiv war. Davon zeugen seine Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit. Ulrike Mylius-Fauler überreichte eine transkribierte Ausgabe der Tagebücher Herrn Reinhold Kalden, dem Vorsitzenden des Philisterverbandes der AMV Fridericiana, der die Teilnehmer willkommen hieß. Anschließend gab es ein leckeres, von Aktiven der Verbindung zubereitetes Abendessen. Zum Ausklang des Abends stellten unsere Familienmitglieder Sigrid Lotz, geb. Mylius und ihr Bruder Jörg Mylius in einem interessanten Vortrag die Familie Mylius als Weißgerber in der Stadt Weißenfels vor. Es ging dabei um die jüngst durchgeführten  archäologischen Untersuchungen an Wohnhaus und Werkstatt von Sigrids und Jörgs Urgroßvater sowie um Originaldokumente und Gegenstände der Weißgerberzunft in Weißenfels. Mitglieder der Familie Mylius hatten dort über mehr als zwei Jahrhunderte als Meister das Weißgerberhandwerk ausgeübt. Die Zunftlade und das Zunftbuch befinden sich im Besitz von Sigrid Lotz und Jörg Mylius, denn ihr Urgroßvater Johann Carl Gottlob Mylius war der letzte Weißgerbermeister am Ort gewesen.

Am nächsten Vormittag traf man sich, um über ein paar Stufen zur St. Michaelskapelle, von den Marburgern liebevoll „Michelchen“ genannt, und zum  Pilgerfriedhof zu gelangen. Wenige Schritte entfernt steht noch das Haus, in dem Georg Mylius seine "Bude" hatte, „in der Ketzerbach 11“, dem heutigen soziologischen Institut der Universität. Im Restaurant „Bottega“ klang das Treffen gemütlich aus.




Alle Farbaufnahmen sind zu finden im Bildindex der Kunst und Architektur

https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=Georg%20Mylius&index=obj-all   
 

Powered By Website Baker